Gravel Blog: Beratung Reifen und Luftdruck

Jetzt kommen wir zum umfangreichsten Thema für dein Gravel Bike. Das Thema „Reifen“ ist deutlich komplizierter als bei einem Straßen-Rennrad, dass für hohe Geschwindigkeiten auf geteerten (und somit meist glatten) Straßen optimiert ist.


Ein Gravel Bike ist extrem vielseitig. Das müssen dann aber auch die Reifen sein. Egal, ob du neue Wege erkundest, Rennen fährst oder einfach nur die Natur genießen möchtest. Die Reifen müssen im Schlamm und Sand sowie gleichzeitig auf glatten trockenen Straßen und groben nassen Schotterwegen gut fahrbar sein.


Dafür benötigen die Reifen den besten Kompromiss zwischen:

  • Rollwiderstand

  • Komfort

  • Gewicht

  • Aerodynamik

  • Haftung

  • Pannensicherheit

  • Montagefreundlichkeit und

  • Haltbarkeit

Wir möchten euch mit diesem Blog möglichst umfassend informieren und euch unsere Erfahrungen und Empfehlungen mitteilen. Wer andere Reifen oder Produkte bevorzugt, kann diese natürlich auch verwenden.

Wir haben im Baukasten für unseren AVENGER Podtracer verschiedene Reifen-kombinationen zur Auswahl, mit denen ihr euren eigenen „besten Kompromiss“ zusammenstellen könnt.

Beim „Graveln“ abseits der Straßen verschieben sich die Prioritäten in Richtung Komfort, Rollwiderstand und Pannensicherheit. Es geht darum, neben asphaltierten Straßen auch Wald- und Feldwege sowie alle anderen unbefestigten Wege befahren zu können, ohne dass man „Durchgeschüttelt“ wird, die Handgelenke schmerzen, auf der Straße nur langsam voran kommt oder alle 30-50km der Reifen platt ist.



Wichtig:

Wir bemerken ständig, dass Fahrer überbreite Reifen fahren oder breitere Reifen (> 40mm) montieren möchte, weil sie sich dadurch mehr Federung versprechen. Das ist nur richtig, wenn der Luftdruck bereits am unteren Limit ist. Und das ist in der Regel bei ca. 1,8-2,2 bar!

Reifen sind die beste Federung. Sie sind nur begrenzt durch den „Federweg“ (= Reifenhöhe).

Beim „richtigen“ Luftdruck für das Gelände kommt es 2-3 Mal pro Stunde vor, dass die Felge den Boden berührt. Nur leicht, aber spürbar. Wer hierbei Federweg verschenkt, macht es sich unnötig unbequem.

Traut euch den Luftdruck schrittweise zu senken. Bis zu dem Druck bei dem der Reifen abkippt (spürbar durch schwammiges Fahren/Lenken auf Asphalt) oder zu häufigen Durchschlägen. Erst dann würdet ihr einen breiteren Reifen benötigen.

Jedoch fahrt ihr bei diesem Druck bereits sehr komfortabel auf Naturwegen. Ein breiterer Reifen hat Nachteile, die nicht mehr gerechtfertigt sind.

Insider Tipp:

Wir empfehlen einen digitalen Reifendruckprüfer (z.B. von Schwalbe Airmax Pro – ab 10 Euro). Damit könnt ihr den Luftdruck genau nachmessen, denn die Luftpumpen sind zu ungenau (Abweichungen über 0,5bar). Wir haben drei verschiedene digitale Luftdruckmesser und diese sind alle auf 0,1bar genau.


Weil unser Gravel Bike ein Allround-Fahrrad ist, sollte man sich erst klar sein für welchen Boden der Reifen am besten geeignet sein soll. Einen Reifen das alles perfekt kann, gibt es nicht.


Möglicher Untergrund:

  • asphaltierten Straße

  • gepflasterte Straße